Männerausflug mit Hindernissen: Zwei auf dem Bike, zwei auf der Couch – Biken in Serfaus-Fiss-Ladis
Es sollte DER Männertrip des Sommers werden: Bikes, Berge, Bier – und nach ursprünglicher Planung vier Jungs vereint auf den Trails von Serfaus-Fiss-Ladis. Doch wie das Leben (oder die Kalender) so spielt, blieben zwei zuhause. Die anderen beiden? Haben die Ehre gerettet und die Fahne hochgehalten.
Trotz launischem Wetter, kleiner Pannen und dem ein oder anderen verpassten Lift: Wir haben uns durchgebissen – und wirklich alles gefahren. Von alpinen Klassikern über den Bikepark bis hin zum Zirben-Update.


Zwei Männer, ein Ziel: Alles fahren.
Wir sind also losgezogen, mit klarer Mission: Alles unter die Stollen nehmen und die besten (und schlechtesten) Strecken finden. Spoiler: Serfaus-Fiss-Ladis hat einiges zu bieten – aber auch ein paar Baustellen.
Frommestrail – unser klarer Favorit
Ein epischer Longrun vom Feinsten. Der Frommestrail überzeugt durch Länge, Abwechslung und Panorama. Technisch fordernd, aber nie unfair. Besonders im neuen mittleren Teil kommt Freude auf – ein echtes Erlebnis mit Anliegern, Steinfeldern und Wurzeln. Frommes liefert immer!
Tipp: Am besten früh morgens fahren, bevor die Biketouristen sich auf den Trail verirren.

Zirbentrail – überarbeitet mit Potenzial
Hier wurde geschraubt – und das sieht man. Der Anfang des Trails ist nun deutlich flüssiger, mit schönerer Linienführung und weniger Überraschungen. Der mittlere Teil ist sehr gelungen und mit vielen Anliegern und ein paar kleineren Sprüngen spaßig zu fahren. Gegen Ende fehlt noch der Feinschliff. Einige enge, hakelige Passagen bremsen unnötig den Spaß. Trotzdem: Eine vielversprechende Entwicklung!






Jochtrail – nächstes Mal ohne uns
Sorry, aber der Jochtrail ist bei uns durchgefallen. Kein Rhythmus, kein Flow und zum Ende hin unnötig ruppig – es fühlte sich eher nach Pflichtprogramm als nach Spaß an. In Summe einfach zu flach und bringt zu wenig Spaß für die Körner die es kostet.
Unsere Lösung: Lieber direkt zur Waldbahn abfahren, über den Leithetrail nach Serfaus und dann direkt am Almkopftrail aus der Gondel steigen. Spart Nerven – bringt mehr Fahrspaß und dauert auch nicht wesentlich länger.
Bikepark Fiss – für die Extraportion Airtime
Natürlich haben wir auch den Bikepark unter die Lupe genommen. Und ganz ehrlich: Er liefert.
Milka Line – der Spaßgarant
Flow, Tables, Anlieger – die Milka Line ist ein Traum für alle, die es verspielt mögen. Leicht zu fahren, aber mit genug Features, um auch beim fünften Mal noch zu grinsen. Ideal zum Warmfahren – oder um einfach mal loszulassen.
Strada del Sol – Airtime garantiert
Die Strada del Sol bietet eine Menge Airtime, braucht aber auch den nötigen Speed aus den Anliegern. Technisch wenig anspruchsvoll, aber viele coole Elemente wie Drops und Wallrides enthalten. Im mittleren Teil ist Vorsicht geboten. Wer falsch abbiegt steht vor dem Road-Gap 😉
Supernatural – alles, nur nicht langweilig
Hier wird’s dann ernst. Supernatural ist kein Trail zum Chillen, sondern fordert Technik, Linie und Konzentration. Viele Wurzelpassagen, steilere Abschnitte, aber sauber gebaut und mit etwas Übung richtig spaßig. Unser Fazit: Anspruchsvoll, aber fair – und bei trockenem Boden ein Genuss.
Leithetrail – das geheime Highlight
Fast ein Geheimtipp: Der Leithetrail ist abwechslungsreich, ruhig gelegen und hat einen ganz eigenen Charakter. Etwas naturbelassener, mit schönen Blicken ins Tal, teils technisch, aber nie überfordernd. Besonders für den Nachmittag oder als Abschlussrunde absolut empfehlenswert. Der Trail startet am Ausstieg der Waldbahn mit dem Bifi-Trail und biegt nach einigen Anliegern dann in Richtung Serfaus ab. Wer die Bremse offen lässt kann sich bei den vielen schnellen Anliegern im wahrsten Sinne schwindelig fahren.
Übernachtung im Hubertushof – solide Basis mit kleinen Schwächen
Unsere Base für das Wochenende war der Hubertushof in Fiss – eine Unterkunft mit Licht und Schatten.
Die Zimmer waren sauber, aber teilweise etwas in die Jahre gekommen. Kein Luxus, aber solide.
Der Service war freundlich, aber eher zurückhaltend – man musste manchmal aktiv nachfragen, wurde aber nie abgewimmelt.
Das Frühstück war absolut in Ordnung: keine Highlights, aber alles da, was man vor einem Bike-Tag braucht. Frisches Brot, Ei, Käse, Wurst, Obst – passt.



Top: Die Lage! Nur wenige Meter von der Talstation der Waldbahn entfernt – das spart morgens Zeit und Höhenmeter.
Großes Plus für alle Biker: ein großzügiger Fahrradraum, in dem die Räder sicher aufgehängt werden können.
Wermutstropfen für E-Biker: Wer sein schweres E-Geschoss dort aufhängen will, braucht starke Arme. Oder wie wir es nennen: keine Armlappen – denn wer schon Beinlappen ist, sollte wenigstens obenrum liefern. 😄
Fazit: Weniger Männer, mehr Trails – und ein solides Basecamp
Zwei von vier haben geliefert – und Serfaus-Fiss-Ladis hat uns nicht enttäuscht. Die Region ist eine klare Empfehlung für alle, die abwechslungsreiche Trails mit Panorama und guter Infrastruktur suchen.
Der Frommestrail bleibt König, der Zirbentrail hat Potenzial, und der Bikepark macht einfach Spaß.
Der Hubertushof war ein guter Ausgangspunkt – mit Luft nach oben, aber ideal gelegen. Und das nächste Mal? Da sind hoffentlich wieder alle mit am Start.
Ride on