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Männerausflug nach Serfaus-Fiss-Ladis – Trails, Espresso und fragwürdige Gewichtsoptimierung

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Es gibt Orte, die ziehen einen einfach immer wieder magisch an. Für unseren diesjährigen Männerausflug war die Entscheidung deshalb schnell gefallen: Serfaus-Fiss-Ladis. Ja, mal wieder. Nein, es wird nicht langweilig 🙂 Perfekte Trails, grandiose Bergkulisse, gutes Essen und – mindestens genauso wichtig – ausreichend Möglichkeiten, nach einer anstrengenden Abfahrt bei einem Espresso die nächste Tour zu planen.

Dieses Mal waren wir wieder im Hubertushof untergebracht. Und man muss fairerweise sagen: Im Vergleich zum letzten Jahr war die Organisation deutlich besser. Alles lief entspannt und unkompliziert ab, sodass wir uns voll auf das konzentrieren konnten, worum es an diesem Wochenende eigentlich geht – Mountainbiken, gutes Essen und jede Menge Blödsinn.

Bevor es jedoch wirklich losgehen konnte, musste der morgendliche Espresso mit akribischer Sorgfalt zubereitet werden. Man trinkt ja schliesslich keine beliebige Plörre 😉

Bikepark zum Einrollen … und Ausrollen

Traditionell starteten wir den ersten Tag im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis, um die Bikes, die Bremsen und uns selbst wieder an den Untergrund zu gewöhnen. Auch am letzten Tag ging es noch einmal in den Bikepark, bevor es zurück nach Hause ging. Ein perfekter Rahmen für das Wochenende.

Dabei fiel uns allerdings noch ein anderer Trend auf: Leo-Muster scheinen tatsächlich wieder modern zu sein. Ob Trikot, Jersey oder Accessoires – sie waren überall zu sehen. Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber wir waren uns relativ schnell einig: Nur weil etwas wieder im Trend ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch jedem steht. Manche Modetrends sollte man vielleicht genauso kritisch hinterfragen wie ultraleichte Schläuche am E-Bike.

Warmfahren auf dem Zirbentrail

Den Auftakt auf den Naturtrails machte der Zirbentrail. Er schlängelt sich durch lichte Zirbenwälder und bietet genau die richtige Mischung aus flowigen Kurven, kleinen Wurzelpassagen und technischen Abschnitten. Ideal, um sich an das Gelände zu gewöhnen und das Fahrgefühl wiederzufinden.

Die Bedingungen hätten kaum besser sein können: trockene Trails, angenehme Temperaturen und ein Panorama, das einen fast dazu verleitet, öfter anzuhalten als eigentlich nötig.

Für eine ungeplante Pause sorgten allerdings die eigentlichen Bergbewohner. Mitten auf dem Trail hatte sich eine kleine Gruppe Kühe gemütlich eingerichtet und machte keinerlei Anstalten, den Weg freizugeben. Erst nach intensiven Verhandlungen auf Augenhöhe – beziehungsweise aufgrund des Größenunterschieds eher auf Lenkerhöhe – erklärten sie sich schließlich bereit, den Trail wieder für den öffentlichen Verkehr freizugeben. Offenbar funktioniert Diplomatie auch auf über 2.000 Metern. Zum Glück war „el Krawallo“ noch nicht am Start.

So gelungen der Zirbentrail insgesamt auch ist, der untere Abschnitt fällt im Vergleich zum restlichen Trail etwas ab. Während der obere Teil mit abwechslungsreichen Kurven, Wurzeln und herrlichem Flow begeistert, wirkt das Finale etwas lieblos und passt nicht so recht zum Charakter des Trails. Vielleicht spendieren die Trailbauer diesem Abschnitt irgendwann einmal eine Frischzellenkur – verdient hätte es einer der schönsten Trails der Region auf jeden Fall.

Espresso mit Aussicht

Bevor es auf die nächste Runde ging, durfte der obligatorische Stopp an der Bergstation der Schönjochbahn natürlich nicht fehlen.

Wer dort schon einmal war, weiß: Der Espresso schmeckt auf über 2.400 Metern irgendwie einfach besser. Vielleicht liegt es an der Aussicht, vielleicht an der Vorfreude auf die nächste Abfahrt – wahrscheinlich an beidem.

Mit Blick auf die umliegenden Gipfel wurden noch schnell die nächsten Linien diskutiert, bevor es weiterging.

Der Frommes Trail – ein Klassiker mit Überraschung

Anschließend stand der legendäre Frommes Trail auf dem Programm. Für viele einer der schönsten Naturtrails der Region. Anspruchsvoll, abwechslungsreich und mit jeder Menge Fahrspaß.

Doch kaum waren wir richtig im Flow, kam die erste ungeplante Pause.

Plattfuß.

Eigentlich nichts Besonderes. Wäre da nicht die Ursache gewesen: Ein ultraleichter TPE-Schlauch in einem E-Mountainbike.

Natürlich kann man über jedes Gramm diskutieren. Aber bei einem Bike, das inklusive Akku gerne einmal 25 Kilogramm oder mehr auf die Waage bringt, stellt sich schon die Frage, ob ausgerechnet beim Schlauch die letzte Gewichtsersparnis wirklich den Unterschied macht.

Die Theorie klingt verlockend: leichter, kleiner, moderner – verrückter Maschinenbauer mit Hang zum Gewichtsnerd. Sorry Dr.B2.

Die Praxis sah an diesem Tag eher so aus: Trailpause, Werkzeug auspacken, Reifen runter, Schlauch wechseln und den Rest der Gruppe warten lassen.

Vielleicht wäre ein robuster Butyl-Schlauch oder gleich ein Tubeless-Setup die entspanntere Wahl gewesen.

Prioritäten setzen

Natürlich gehört eine Reifenpanne zum Mountainbiken dazu. Jeder erwischt irgendwann einmal einen spitzen Stein oder eine scharfkantige Wurzel.

Aber wenn man an einem E-Bike versucht, durch einen ultraleichten TPE-Schlauch ein paar Gramm einzusparen, sollte man vielleicht noch einmal überlegen, wo die Prioritäten liegen.

Der Motor schiebt zuverlässig mehrere hundert Watt den Berg hinauf, der Akku bringt einige Kilogramm zusätzlich mit und der Fahrer freut sich über jedes Gramm weniger am Schlauch?

Verrückte Idee – einfach ein Schlauch, der dafür gebaut ist, einen alpinen Trail ohne Drama zu überstehen, oder endlich mal auf Tubeless wechseln.

Ein kurzer Abstecher zur Bike-Messe

Natürlich durfte auch ein Besuch auf dem kleinen Messegelände nicht fehlen. Ehrlicherweise waren wir dieses Jahr aber etwas enttäuscht. Viele Stände wirkten wenig spektakulär und echte Neuheiten waren eher Mangelware.

Ein echtes Highlight gab es dann aber doch: den Stand von NINJA Gloves. Der Chef nahm sich Zeit für Gespräche, war sympathisch und vor allem von seinem Produkt überzeugt – zu Recht.

Die Handschuhe machten einen hervorragenden Eindruck und am Ende der Unterhaltung hatte sich praktisch die ganze Gruppe mit mindestens einem Paar eingedeckt.

Ich selbst fahre meine NINJA-Handschuhe inzwischen seit einer kompletten Saison. Trotz mehrerer Stürze, Schraubereien am Bike und einiger Trailkilometer zeigen sie bis heute praktisch keinerlei Verschleißerscheinungen. Das erlebt man bei Bike-Handschuhen mittlerweile leider nur noch selten. RIP Specialized Gloves aus 2010 – ich denke an euch!

Der Abend danach

Nach einem langen Tag auf den Trails gehört natürlich auch der gemütliche Teil dazu. Und genau hier merkt man, dass wir alle inzwischen in einem Alter angekommen sind, in dem der Körper seine ganz eigene Logik entwickelt.

Den ganzen Tag etwas zu wenig getrunken, ordentlich Tiefenmeter gesammelt und dann abends zwei kühle Biere?

Das Ergebnis ist inzwischen erstaunlich zuverlässig: Man hat den gesamten Abend beste Laune – und wundert sich am nächsten Morgen, warum sich zwei Bier plötzlich wie früher sechs anfühlen. Willkommen in den Vierzigern.

Trotzdem wurden bei gutem Essen und dem einen oder anderen Getränk wieder Geschichten erzählt, alte Touren diskutiert und natürlich schon die Pläne für den nächsten Männerausflug geschmiedet.

Fazit

Auch dieses Jahr hat Serfaus-Fiss-Ladis wieder geliefert: Flowige Bikepark-Runden zum Auftakt und Abschluss, traumhafte Naturtrails wie der Zirbentrail und der Frommes Trail, perfektes Wetter, hervorragender Espresso an der Schönjochbahn und mit dem Hubertushof eine Unterkunft, die dieses Mal deutlich besser organisiert war als im Vorjahr.

Die kleine Bike-Messe war zwar nicht der große Wurf, dafür haben uns die NINJA-Handschuhe umso mehr überzeugt. Und die Reifenpanne? Die wird wohl noch eine Weile für Gesprächsstoff sorgen – genauso wie die Erkenntnis, dass Leo-Muster offenbar zurück sind. Ob sie deshalb automatisch eine gute Idee sind, lassen wir an dieser Stelle einfach mal offen.

Am Ende bleibt aber vor allem eines: Solche Wochenenden leben nicht von perfekten Bikes oder der neuesten Ausrüstung, sondern von guten Freunden, gemeinsamen Erlebnissen und jeder Menge Geschichten, über die man noch Monate später lachen kann.

Bis nächstes Jahr in Serfaus-Fiss-Ladis – hoffentlich wieder mit trockenem Trail, hervorragendem Espresso, robusten Schläuchen und der beruhigenden Gewissheit, dass manche Trends einfach Trends bleiben dürfen. Und falls doch wieder jemand meint, bei einem 25-Kilo-E-MTB mit einem ultraleichten Schlauch die entscheidenden Gramm sparen zu müssen, wissen wir wenigstens schon, worüber wir beim nächsten Espresso lachen werden.