Negativfederweg (SAG) einstellen

Der eine: „Hast du auch deinen SAG richtig eingestellt?“ Der andere: „WHAT???“

SAG – schon oft gehört, aber was ist das eigentlich? Beim SAG, auch Negativfederweg genannt, handelt es sich um den Weg den die Gabel bei statischer Belastung durch das Fahrergewicht beim ruhigen Sitz im Sattel eintaucht – ganz klar, oder?

Um diesen Betrag kann die Gabel z.B. beim Durchfahren eines Schlaglochs noch ausfedern, ohne dass der Reifen den Kontakt zum Boden, und damit den nötigen Grip, verliert.

So, nachdem wir nun wissen wovon wir reden müssen wir nur noch die richtige Einstellung finden – und da geht das Problem auch schon los! Um herauszufinden wie weit die Gabel eintaucht bringen alle die keinen Gummiring an der Gabel haben zuerst einmal einen Kabelbinder am Standrohr an und schieben diesen ganz nach unten. Den Gummiring oder den Kabelbinder nutzen wir als Markierung um den Negativfederweg zu messen.

Als nächstes Setzt Ihr Euch mit kompletter Ausrüstung (Rucksack, Klamotten, Trinkblase, Helm, einfach alles…) auf das Bike – am besten hilft Euch jemand dabei und hält das Bike am Lenker fest und schiebt den Ring oder den Kabelbinder nach unten wenn Ihr in einer zentralen Position auf dem Bike sitzt.

Beim Absteigen solltet Ihr darauf achten dass die Gabel nicht erneut eintaucht. Am besten geht das wenn Ihr Euch leicht seitlich abkippen lasst.

Jetzt könnt Ihr den Abstand des Rings oder Kabelbinders bis zur unteren Kante bei der Dichtung messen. Im Idealfall und je nach Einsatzzweck sollte der Negativfederweg ca 15-25% vom gesamten Federweg betragen – die Freerider unter Euch nehmen besser 25% die Tourenfahrer orientieren sich bei 15%.

Sollte der SAG nicht passen, dann müsst Ihr mit einer speziellen Dämpferpumpe (ca. 25€ im Fachhandel) den Luftdruck in der Positivkammer anpassen. Einige Hersteller haben bereits Luftdrucktabellenauf den Tauchrohren oder eine Skala mit dem prozentualen Federweg auf den Standrohren aufgedruckt. Für den Dämpfer gibts ähnliche Einstellhilfen bei einigen Herstellern (Lapierre, Canyon, …), anonsten verfahrt ihr hier genau nach dem selben Prinzip!

Zum Schluss noch einmal aufs Bike sitzen und den SAG checken, dann nur noch Druck- und Zugstufe anpassen und Spaß haben!

 

New Stuff – Parktool und GoPro

Ab sofort könnt Ihr bei uns das komplette Sortiment von Parktool und GoPro bekommen.

Egal ob Montageständer, Werkzeug oder Reifenflicken, alles ist am Start 🙂 Selbst Pizzaschneider und Grillbesteck könnt Ihr haben!

Und um Eure Biketouren für die Ewigkeit festzuhalten gibts das komplette Programm von GoPro, alle Kameras und Halterungen und was sonst noch so dazu gehört!

Für alle Bestellungen die noch im September getätigt werden gibts einen Sonderrabatt von 10% – also nicht lange warten und bestellen! 🙂

Sonderaktion – Inspektion zum Saisonstart

Der Winter ist vorbei, der Schnee schmilzt und die Tage werden länger! Da könnte die Saison doch eigentlich starten, oder?

Das Salz auf den Straßen und die extremen Temperaturen setzen den Bikes mehr zu als man vermutet.

Hat dein Bike den Winter gut überstanden?

Wir wollen dass Ihr sicher in die Saison starten und den Bikesommer geniessen könnt.

Darum bis zum 31.05.2011 unsere SOMMERINSPEKTION zu Sonderpreisen sichern!

Für nur 20€ bieten wir folgende Leistungen an*:

  • Bremsen auf Funktion und Abnutzung prüfen
  • Reifenluftdruck kontrollieren
  • Reifenprofil kontrollieren
  • Beleuchtung auf Funktion und Einstellung testen
  • Schaltung überprüfen und nachstellen
  • Kette und Zahnräder auf Abnutzung prüfen und schmieren
  • Lenker und Gabel auf Spiel überprüfen
  • Antriebs- und Bremskomponenten auf Beanspruchung durch Salzeinwirkung prüfen**
  • Prüfen von Lagerspielen

Das Angebot ist gültig für alle Fahrräder mit Kettenschaltung, egal ob Versandbike oder aus dem Fachhandel inklusive kostenloser Reparatur- und Pflegehinweise.

JETZT Termin vereinbaren und sicher in die SAISON 2012 starten!

 

* erforderliche Ersatzteile und Reparaturarbeiten werden separat vereinbart und berechnet

** Reinigung der Komponenten soweit erforderlich/gewünscht wird nach Aufwand berechnet

Hier findet Ihr noch den passenden Flyer zum Download:

Sommerinspektion Flyer

Sommerinspektion

AlpX2011 – Braking News

Nicht mal mehr vier Wochen bis zur Abfahrt und die Ereignisse überschlagen sich 🙂

Patrick hat sich ein neues Bike gegönnt und steht jetzt auch in Sachen Federweg in nichts mehr zurück – an dieser Stelle herzlichen Glückwunsch zum neuen Specialized Enduro Evo! Die Fox Van an der Vorderachse und der DHX4.0 am Hinterbau sorgen für den Kontakt zum Boden auch auf ruppigen Trails!

Patricks Bike

ENDURO EXPERT EVO

Unser Event „Biken – Schrauben – Grillen“ war ein voller Erfolg! Die Bikes sehen wieder aus wie neu und sind komplett gewartet – bereit um wieder komplett eingesaut zu werden – WIR LIEBEN DRECK! 🙂

Davor gings noch zum Hohen Neuffen und für ein paar von uns noch auf die Teck –  in diesem Zug muss auch der Fitnesscheck korrigiert werden! Alle werte bleiben unverändert bis auch Bastis – hier muss auf jeden Fall nach oben korrigiert werde: Satte 15 Punkte ohne weitere Kommentare! Hier gehts zum Artikel.

Und damit der Beitrag nicht zu kurz wird, hier noch ein paar Techniktipps 🙂

Serpentinenfahren: In den Steilkurven ist mit zunehmender Schräglage in Verbindung mit Verlagerung des Körpergewichts in Richtung Hinterrad mit abnehmenden Grip am Vorderrad zu rechnen.

Plötzlich auftretende Schleif- und Kratzgeräusche könnten von einem lose umherfliegenden Bike kommen – Bitte umgehend prüfen ob man selbst noch auf dem Bike sitzt 😉

Stürze auf engen Trails: Vor dem Absprung über eine Kante muss geprüft werden ob ein Stein nach der Landung das Vorderrad am weiterrollen hindert. Sollte das Prüfen vergessen und mit einer unfreiwillig akrobatischen Einlage bestraft werden, sind folgende Punkte zu beachten.

–       Bei Stürzen in unmittelbarer Nähe zu Matschlöchern ist auf einem Mindestabstand zwischen Gesicht und Pfütze von 10cm zu achten.

–       Nach einem Überschlag in einen Dornenbusch ist eine Landung auf dem Rücken in der Käferstellung nur bedingt zu empfehlen. Wichtig ist hierbei dass man sich möglichst unbeobachtet aus der Hecke herauswälzt um spöttisches Gelächter zu vermeiden 🙂

Biketransport: Beim Tragen der Bikes sollte auf die Pins der Plattformpedale geachtet werden. Wenn man sich diese schon ins Schienbein oder die Wade rammt ist es von Vorteil die Schrammen so zu platzieren dass man es später auch als Fahrunfall verkaufen kann 🙂

Zum Schluss noch ein Hinweis an alle Fahrer mit Scheibenbremsen – kommt nur nicht auf die Idee mit zu viel Öl in der Leitung zu starten. Als die Beläge auf 2500m Höhe getauscht werden mussten wurde festgestellt dass beim letzten Entlüften die Kolben nicht komplett zurückgedrückt waren und dadurch zuviel Öl in der Leitung ist. Das Resultat: Die neuen Beläge haben nicht mehr reingepasst! Also doch nochmal die alten Beläge rein in der Hoffnung dass alles hält – zum Glück ist das gut gegangen 🙂 Zum Glück haben die meisten von uns entweder neue Bremsen oder haben am Wochenende die Beläge getauscht!

Keep on riding – bis zum nächsten Countdown

 

Versenkbare Sattelstütze mit Remote

Habe mir vor einigen Monaten eine Sattelstütze von Kindshock (KS I900-R) gegönnt und dachte heute ich schreibe Euch mal etwas über meine Erfahrungen.

Sven hat Euch ja schon hier die Sattelstütze und ihre Derivate mit Vor- und Nachteilen vorgestellt.

Ich habe mich im Gegensatz zu ihm für die „R“ Version entschieden. Dieses R steht dabei für „Remote“. Man hat also quasi eine Fernbedienung am Lenker mit der man, ohne den Lenker loslassen zu müssen, einfach die Sitzhöhe an die aktuellen Bedingungen anpassen kann.

Das Problem an der Sache ist jedoch folgendes: Leider gibt es die Teile nicht kabellos.
Dies führt dazu, dass man den Bowdenzug auf eine beliebige Art und Weise von vorne nach hinten verlegen muss. Dabei gibt es sehr viele Möglichkeiten, die alle mehr oder weniger starke Vor- und Nachteile aufweisen. Ein immer wiederkehrendes Problem bei meinen ersten Versuchen waren scheuerstellen am Rahmen.

Als beste Lösung für die Geometrie meines Rades hat sich die Verlegung auf dem Oberrohr erwiesen. Als Führungen dienten dabei verschiedenste Halter vom Roseversand (hier und hier). Kontaktstellen mit dem Rahmen wurden dabei einfach mit Schutzfolie beklebt und alles schien vorerst perfekt zu funktionieren.

Was in der heimischen Garage noch hundertprozentig überzeugte zeigte beim Einsatz auf dem Trail jedoch schnell erste Schwachstellen. Durch schnelles Verstellen rutschte der gestauchte Zug vom Oberrohr und hätte so über kurz oder lange neue Scheuerstellen verursacht.

Eines Abends kam mir dann die Idee eine Art Führung für den Zug zu konstruieren. Nach genauen Vermessungen und ein paar Stunden vorm PC stand also der erste Digitale Prototyp vor mir.

Nach erneuter Kontrollmessung entschloss ich mich dieses Teil irgendwie zu fertigen. Im Endeffekt kamen aus Gewichts- und Kostengründen nur 2 Materialien in Frage: Alu oder ABS Kunststoff. Da man an Kunsstoff auch noch nachträglich einfach letzte Radien anpassen kann habe ich mich hierfür entschieden. Nun stand ich aber immernoch vor der Frage wie ich diese komplexe Geometrie erzeugen kann.

Nach ausgiebiger Rücksprache über Produktionsverfahren und Materialeigenschaften mit dem Geschäftsführer Herr Wagner von www.3D-Prototyp24.de entschloss ich mich das Teil durch einen 3D Druck erzeugen zu lassen. Dabei wird das Bauteil Lage für Lage aus ABS Kunsstoff „gedruckt“ und hat am Schluss nahezu die Materialeigeschaften eines gefrästen Teils. Das Bauteil wurde innerhalb weniger Tage gefertigt und mir zugeschickt.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für die tolle Beratung und Ausführung!

Sofort nach dem Erhalt wurde das Bauteil provisorisch am Rahmen befestigt und probegefahren.

Die Umlenkung stellt wie geplant sicher, dass auch bei schnellen Verstellungen der Zug immer sauber geführt wird und die Sattelstütze zuverlässig ihren Dienst erfüllen kann. Nach wie vor bin ich von der Funktion begeistert. Im Moment warte ich nur noch auf den Lack meines Rades um die Umlenkung entsprechend lackieren zu können um sie auch optisch ins Bike zu integrieren.

Als Fazit kann ich also die Remote Version jedem sehr empfehlen der mit etwas mehr zeitaufwand noch mehr Spaß beim biken haben will.
Bei der Verlegung auf dem Oberrohr empfehle ich den Bau einer entsprechenden Umlenkung um die Funktion und somit den Spass langfristig sicherzustellen. Über Alternativen und Anregungen für Verbesserungen bin ich dankbar!

Cheers,

Basti

Das optimale Cockpit – Bremsen richtig einstellen

Die Zeiten von schmalen Lenkern sind vorbei! Breite Lenker bringen mehr Kontrolle und Fahrsicherheit im Gelände durch die größere Hebelwirkung. Lenkerbreiten zwischen 660mm und 700mm sollten an jedem Bike montiert sein wenn man damit auch mal ne härtere Gangart einlegen will.

Der breiteste Lenker bringt jedoch nichts ohne die richtige Einstellung der Bremshebel. Wird dies vernachlässigt, sind brennende Unterarme und taube Finger nach längeren Abfahrten vorprogrammiert. Mit ein paar kleinen Handgriffen ist das richtige Setup in kürzester Zeit gefunden.

Für alle Arbeiten wird im Regelfall ein Innensechskantschlüssel zwischen 2,5 und fünf Millimetern benötigt.

Zuerst wird der Winkel des Bremshebels eingestellt indem man die Klemmschrauben löst und den Hebel so positioniert dass die ausgestreckten Finger über dem Bremshebel liegen. Im sitzen müssen Finger, Handgelenke und Unterarme eine gerade Linie bilden –  alle die auch öfter mal nen Downhilltrail mitnehmen, drehen die Bremshebel noch ein wenig steiler dass auch im stehen optimal gebremst werden kann.

Oft ist der Bremshebel zu Nahe am Griff montiert. Da die meisten Bremshebel als Ein – oder Zwei – Finger – Hebel ausgelegt sind würde man den Hebel zu Nahe am Gelenk greifen, wodurch, bedingt durch den kleineren Hebelarm, deutlich mehr Kraft beim Bremsen benötigt wird. Aktuelle Bremsen haben selbst bei Betätigung mit nur einem Finger ausreichend Bremskraft! Die beste Position ist erreicht wenn der Zeigefinger am äußeren Hebelende anliegt. Auch wenn der Schalthebel in dieser Position schlechter erreicht werden kann, sollte man doch der Sicherheit die höhere Priorität geben.

Jetzt muss nur noch die Hebelweite auf die Handgröße/Fingerlänge angepasst werden. Optimal eingestellt ist der Hebel wenn man ohne den Bremshebel zu ziehen mit dem ersten Fingerglied des Zeigefingers um den Hebel fassen kann. So kann mit nur einem Finger schon sehr gut gebremst werden. Wird mehr Bremskraft benötigt kann der Mittelfinger zur Hilfe genommen werden.

Aus Sicherheitsgründen sollte man auf keinen Fall mit drei Fingern bremsen, da man dann nicht mehr ausreichend Halt am Lenker hat.

Jetzt viel Spaß beim montieren!

Gruß Sven

Bashguard und Kettenführung – definitiv ein must have!

Mein Bike war keine 4 Wochen alt, da hab ich mich schon dazu entschlossen einen Bashguard zu montieren. Zum einen bin ich auf einem verblockten Trail mit dem großen Kettenblatt an einem Stein hängen geblieben was einen Abflug in den Dornenbusch und verbogene Zähne am Kettenblatt zur Folge hatte, zum anderen hab ich mir zweimal das Kettenblatt in die Wade gerammt was zu ungewollten Tattoos und Schmerzen geführt hat.

Die Auswahl an Möglichkeiten ist beinahe unbegrenzt – kann jedoch schon mal auf zwei Grundsatzfragen reduziert werden. Behalte ich mein großes Kettenblatt oder nicht?

Ich hab mich dafür entschieden auf das große Kettenblatt zu Gunsten zusätzlicher Bodenfreiheit zu verzichten und als Ausgleich das mittlere Kettenblatt mit 32 Zähnen gegen ein neues mit 36 Zähnen zu tauschen. Dadurch wurde die Bandbreite an möglichen Gängen zwar reduziert, ist aber trotz allem noch völlig ausreichend. Das fehlende Kettenblatt macht sich nur bei hohen Geschwindigkeiten bemerkbar. Wer wissen will worauf man verzichten müsste soll beim Fahren auf dem großen Kettenblatt die zwei kleinsten Ritzel auslassen und schauen wie er damit klar kommt.

In Zahlen ausgedrückt:

Übersetzungsverhältnis (Geschwindigkeit bei Trittfrequenz 80)

ohne großes Kettenblatt: 36:11 = 3,27 (33,48 km/h)

mit großem Kettenblatt: 44:11 = 4 (40,95 km/h)

ohne die zwei kleinsten Ritzel zu nutzen: 44:14 = 3,14 (32,15 km/h)

Bei 40 km/h fühlt man sich schon wie ein Hamster im Laufrad, aber man kann eben nicht alles haben 🙂

Nach der Montage des Kettenblatts kann die Kette um zwei bis drei Glieder gekürzt werden, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Damit auf verblockten und holprigen Trails die Kette bleibt wo Sie hingehört kann ich nur jedem empfehlen eine Kettenführung zu montieren. Auch hier gibt es eine Auswahl wie Sand am Meer. Wer das Glück hat an seinem Bike eine ISCG-Aufnahme zu besitzen, kann aus den vollen Schöpfen, für eine Montage unter dem Tretlager muss man schon etwas genauer suchen. Entgegen vieler Aussagen aus einigen Foren konnte ich keinen erhöhten Kraftbedarf durch die Kettenführung feststellen. Sicher lässt sich im Messlabor nachweisen dass trotz Industrielager der Wirkungsgrad des Antriebs um 0,24189% schlechter wird, aber wen das Interessiert der hört auch das Gras wachsen 😉

Zusammengefasst: Wer mehr Bodenfreiheit, eine geilere Optik und zusätzlichen Fahrspaß gegen ein wenig Geschwindigkeitseinbußen auf der Ebene bereit ist zu tauschen, der kommt weder an einem Bashguard noch an einer Kettenführung vorbei. Weil’s einfach ein Tick lässiger ist 🙂

Ride on – have fun

Bremsen entlüften – ein neuer Druckpunkt muss her…

Für die meisten Bremsen sind die sogenannten „Bleeding Kits“ direkt im Internet erhältlich. Die Anschlussnippel für Formula-Bremsen sind die selben wie für Avid-Modelle.

Wer für seine Bremsanlage kein Mineralöl sondern Bremsflüssigkeit benötig, kann diese auch bei ATU sehr günstig kaufen. Zum Vergleich: 100ml SRAM/AVID DOT5.1 kosten ca. 15€ – 250ml DOT5.1 bei ATU kosten ca. 6€.

Sicherheitshinweise:

  • Gummihandschuhe verwenden
  • Schutzbrille aufziehen
  • Laufräder und Bremsbeläge demontieren, dass spart ne Menge ärger wenn mal was daneben geht
  • Alte Bremsflüssigkeit dort entsorgen wo Ihr die neue gekauft habt, oder an der Tankstelle abgeben

Howto von AVID zum Entlüften mit 2 Spritzen

Hier findet Ihr ein sehr gutes Tutorial zum Entlüften von Hydraulischen Scheibenbremsen. Im Video wird die Vorgehensweise an einer Avid Juicy Bremse gezeigt, ist aber prinzipiell auf alle anderen Modelle und Hersteller anwendbar.

Quick and Easy

Für alle die zu wenig Zeit haben sich das Video anzuschauen, hier eine „Quick & Dirty“ Anleitung zum entlüften:

Entlüfungsschraube am Bremssattel auf, eine 100ml Spritze halb befüllt anschrauben, oben am Bremshebel die andere Spritze leer montieren. Bremshebel ziehen und am Lenker fixieren und dann unten an der vollen Spritze die Luft aus dem Bremssattel saugen. Den Bremshebel wieder lösen und einmal 3/4 der Flüssigkeit aus der Spritze am Bremssattel durchdrücken (Manche ziehen auch an der oberen Spritze, aber das ist wohl Geschmacksache). Dadurch sollte die alte Flüssigkeit sowie die restliche Luft aus der Leitung in die obere Spritze gewandert sein. Den unteren Clip schliessen und oben nochmal kurz an der Spritze ziehen um evtl restliche Luftblasen rauszuholen die sich versteckt haben. Den oberen Clip schliessen und dann die Spritze am Bremssattel durch die Entlüftungsschraube ersetzen. Danach das selbe am Bremshebel und ihr dürft euch über einen super Druckpunkt freuen.

Hinweise

Für manche Bremsanlagen gibt es noch ein paar kleine Tricks um zum optimalen Ergebnis zu gelangen. Im folgenden findet Ihr eine Liste mit Hinweisen die ständig erweitert wird.

AVID ELIXIR R

  • Bevor die Entlüftungsschraube am Bremshebel montiert wird, die Bremse etwas schräg halten und bis zum rand mit Bremsflüssigkeit füllen, da ansonsten oftmals nicht der gewünschte Druckpunkt erreicht wird.
  • Die Hebelweitenverstellung muss nicht zwingend geändert werden, bei den meisten Modellen kann der Hebel noch ein Stück vom Lenker weggedrückt werden wo er dann auch einrastet.

Schaltung einstellen

Ob der Schaltzug reisst oder die Schaltung durch einen Sturz verstellt ist, manchmal kommt man nicht dran vorbei selbst Hand anzulegen und die Schaltung einzustellen. Im folgenden zeigen wir Euch wie Ihr selbst die Schaltung einstellen und den Weg zum Händler sparen könnt.

Umwerfer

Zuerst muss der Umwerfer parallel zum großen Kettenblatt ausgerichtet werden um dann den Abstand richtig einstellen zu können. Der optimale Abstand beträgt ca. 3-5mm.

Einstellen des kleinsten Gangs:

Die Kette befindet sich vorne auf dem kleinsten Kettenblatt und hinten auf dem größten Zahnkranz. Der untere Anschlag muss so eingestellt werden dass die Kette noch ca. 0,5mm Platz bis zum Umwerfer hat.

Einstellen des größten Gangs:

Die Kette befindet sich vorne auf dem größten Kettenblatt und hinten auf dem kleinsten Zahnkranz. Über die Einstellschraube wird der obere Anschlag so eingestellt dass die Kette gerade nicht am Umwerfer streift.

Schaltzug einhängen:

Der Schaltzug wird mit der dafür vorgesehene Klemmschraube befestigt. Dazu muss sich der Umwerfer am unteren Anschlag befinden und der Schaltzug muss straffgezogen werden. VORSICHT VERLETZUNGSGEFAHR!! Handschuhe oder Zange benutzen!

Schaltung synchronisieren:

Für alle die nur zwei Kettenblätter besitzen ist dieser Punkt nicht relevant. Alle anderen Schalten vorne auf das mittlere Kettenblatt und hinten auf dem größten Zahnkranz. Mit der Einstellschraube direkt am Schalthebel muss der Umwerfer so eingestellt werden dass die Kette gerade nicht an der Innenseite (zum Bike hin) des Umwerfers streift.

Fertig!

Fehlersuche

Kette fällt auf Tretlagerseite:

Die Einstellschraube für den kleinsten Gang ein viertel anziehen.

Kette fällt auf Kurbelseite:

Die Einstellschraube für den größten Gang ein viertel anziehen.

Umschaltung vom mittleren auf das große Kettenblatt ist schwierig:

Einstellschraube für den größten Gang ein achtel lösen.

Umschalten vom mittleren auf das kleine Kettenblatt ist schwierig:

Einstellschraube für den kleinsten Gang ein viertel lösen.

Schaltwerk

Um das Schaltwerk einstellen zu können, muss an folgenden Schrauben gedreht werden.

Kleinsten Gang einstellen:

Zuerst muss die entsprechende Einstellschraube soweit gedreht werden dass sich die Leitrolle direkt unter dem größten Zahnkranz befindet.

Größten Gang einstellen:

Mit der Hand am Kettenwechsler ziehen und die Kurbel drehen um den Kettenwechsler in Position des größten Ganges zu stellen. Drehen Sie danach die Einstellschraube für den größten Gang soweit, daß die Leitrolle von hinten gesehen direkt unter der äußeren Kante des kleinsten Zahnkranzes steht.

Die Kette auf dem kleinsten Zahnkranz und dem größten Kettenblatt (vorne) anbringen und die Kurbel rückwärts drehen. Mit der Einstellschraube die Leitrolle möglichst nahe an den Zahnkranz einstellen, ohne daß die Kette streift. Danach die Kette auf den kleinsten Kettenblatt (vorne) stellen und auf die gleiche Weise einstellen, so daß die Kette nicht streift.

Schaltzug einstellen/Schaltwerk synchronisieren:

Der Schaltzug wird am Schaltwerk mit einer Klemmschraube fixiert. Das Schaltwerk befindet sich dazu am Anschlag für den kleinsten Gang.

Die Synchronisierung ist ein wenig aufwändiger als beim Umwerfer, stellt aber kein größeres Problem dar.

  1. Die Kette muss auf das kleinste Ritzel und das größte Kettenblatt (größter Gang)
  2. Zugspannung prüfen indem Kurbel gedreht wird und mit dem Schalthebel eine Position weiter geschaltet wird. Wenn die Kette weiterschaltet ist die Zugspannung korrekt und es kann mit Punkt 4 weitergemacht werden.
  3. Springt die Kette nicht auf das nächste Ritzel ist evtl. die Zugspannung zu kurz. Die Zugspannung kann durch die Einstellschraube am Schalthebel erhöht werden. Sollten mehr als 2 Umdrehungen notwendig sein, empfiehlt es sich die Einstellschraube wieder ganz einzudrehen und die Spannung durch erneutes Klemmen des Schaltzuges am Schalwerk zu erreichen.
  4. Wenn Schalthebel und Schaltwerk sich in dem gewählten Gang befinden wird die Zugspannung durch herausdrehen der Einstellschraube solange erhöht bis ein Klappern der Kette am nächstgrößeren Ritzel zu hören ist.
  5. Sobald das Klappern wahrgenommen wird muss die Einstellschraube eine viertel Umdrehung zurückgedreht werden um die Zugspannung zu reduzieren. Drehen Sie die Einsellschraube schrittweise in viertel Drehungen bis keine Klapper- oder Kratzgeräusche mehr zu hören sind.
  6. Zum Schluss noch jede Schaltposition auf eventuelle Kratzgeräusche überprüfen.

Bekannte Probleme

Manche Gangkombinationen sorgen beim Fahren für Probleme. Typischerweise sind das die Gänge auf dem jeweils kleinsten oder größten Kettenblatt bzw. Ritzel. Bei dieser Überkreuzstellung schleift die Kette oft am benachbarten Kettenblatt. Schleifende Kombinationen sollten vermieden werden.

Wenn alle oben genannten Aspekte der Justierung beachtet werden und trotzdem Probleme auftreten, kann es sein dass die technischen Möglichkeiten des Fahhrads überschritten werden.